Geschichten aus Hohenhameln
Über Krieg und Frieden
Es ist wichtig, sich mit der Vergangenheit und den Ursachen von Konflikten auseinanderzusetzen, um aus Fehlern zu lernen und zukünftige Spannungen zu vermeiden. Frieden und Freiheit entstehen nicht von selbst – sie müssen durch Verstehen, Erinnerung und Aufarbeitung bewahrt werden.
Gerade für den Heimatverein Hohenhameln ist es bedeutsam, sich mit den Folgen vergangener Kriege und Konflikte auf lokaler Ebene zu beschäftigen. Denn nur wer weiß, wie Kriege das Leben in Hohenhameln geprägt haben – sei es durch Flucht, Zerstörung, Verlust oder den gesellschaftlichen Wandel danach –, kann ein Bewusstsein für den Wert von Frieden in der eigenen Gemeinde schaffen. Die lokale Geschichte macht abstrakte historische Ereignisse greifbar und zeigt, dass auch Orte wie Hohenhameln Teil großer Zusammenhänge sind. Erinnerungskultur ist deshalb nicht nur eine Aufgabe für Museen oder Schulbücher, sondern auch für engagierte Vereine vor Ort.

Abbildung : Otto Backhaus, in Uniform der Braunschweiger Husaren

Abbildung : Kanonier Karl Noyer, diente bei der 2ten Batterie des Feldartillerie Regiments 46 in Wolfenbüttel von 1906 bis 1908
Karl Noyer hat am 1. Weltkrieg nicht teilgenommen, er war zu der Zeit als holländischer Fremdenlegioner auf Sumatra. Ewald Bollmann aus Sossmar hingegen ist im August 1914 vermisst.

Abbildung : Uniformrock des Ewald Bollmann aus Sossmar
Abbildung : Uniformrock des Ewald Bollmann aus Sossmar

Abbildung 1: Gefalle 1870/1871
Abbildung : Rememberance for the fallen soldier

Abbildung : Gefallene Weltkrieg 1
Abbildung : Gefallene 1864/66
Der Rübenroder
Wie der Rübenroder in Hohenhameln erfunden wurde – Ein Stück Technikgeschichte
Die moderne Rübenernte hat ihren Ursprung in unserer Region – genauer gesagt in Harber, einem Ortsteil von Hohenhameln. Hier hatte der Landwirt Otto Wilke in den 1920er Jahren eine zukunftsweisende Idee: Eine Maschine, die das mühselige Ernten der Zuckerrüben erleichtert. Ziel war es, die Rübenblätter exakt abzutrennen, die Zuckerrüben schonend zu roden und beides sauber getrennt auf dem Feld abzulegen.
Gemeinsam mit Elektromeister Heinrich Meisoll und Schlossermeister Friedrich Bote entwickelte Wilke 1927 die ersten Prototypen eines sogenannten Vollrübenroders. Eine technische Besonderheit war ein mit Zinken bestücktes Rad, der sogenannte Igeltaster, der die Höhe der Rüben ertastete und ein präzises Köpfen ermöglichte. 1928 ließ Wilke eine neuartige Rübenhebevorrichtung patentieren, die die Rüben aus dem Boden zog und geordnet ablegte. Für den Antrieb nutzte man damals noch gezackte Räder – eine Technik, die später durch die Zapfwelle deutlich verbessert wurde.
Diese Innovation war ein Meilenstein in der Mechanisierung der Landwirtschaft. Zunächst von Pferden oder Ochsen gezogen, wurden die ersten Maschinen später motorisiert weiterentwickelt. Die Serienproduktion übernahm ab 1936 die Firma Krupp, anschließend setzte Lanz in Mannheim die Fertigung fort.
Nach dem Zweiten Weltkrieg ging das Patent an die Firma Wilhelm Stoll in Broistedt. Diese entwickelte den Rübenroder stetig weiter: Der Bunker wurde vergrößert, die Reinigungsmechanismen verbessert, und neue Techniken wie der Schlegler und der Nachköpfer übernahmen die Trennung von Blatt und Rübe noch effizienter. Auch die Zahl der gleichzeitig bearbeiteten Reihen wurde auf drei erhöht – ein Quantensprung in der Effizienz der Rübenernte.
Diese technische Pionierleistung aus Harber zeigt eindrucksvoll, wie aus einer lokalen Idee ein bedeutender Fortschritt für die gesamte Landwirtschaft wurde – ein Stück Hohenhamelner Erfindergeist, das bis heute Spuren hinterlässt.
Quelle und weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%BCbenroder
Der Pfannteich
Das Naturbad Hohenhameln besteht seit etwa 130 Jahren und entwickelte sich aus einem ursprünglich regenwassergespeisten Teich. Ab 1875 nutzte die Zuckerfabrik Hohenhameln den Pfannteich als Wasserreservoir und erweiterte ihn zweimal. Die Gemeinde stimmte zu, behielt sich aber Rechte zur Nutzung als Badeanstalt, Viehtränke und Löschwasser vor. Mit der Schließung der Fabrik 1963 endete auch die Wasserzufuhr aus den Betriebsbrunnen.
Nach dem trockenen Sommer 1935/36 baute die Gemeinde eine zentrale Wasserversorgung mit Wasserwerk in Soßmar, das auch das Naturbad versorgte. Später fiel diese kostenlose Trinkwasserversorgung weg, als die Zuständigkeit an den Wasserverband Peine überging.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden im Winter 1945 alle Holzaufbauten im Bad zum Heizen verwendet. Bis dahin wurde das Bad lange vom TSV Hohenhameln und einem Clauener Turnverein betrieben. 1946 baute der TSV sich neu auf, und das Bad ging in Gemeindebesitz über. In den 1970er Jahren folgte der Bau eines festen Umkleidegebäudes mit Kiosk.
Mit der Zeit verschlammte der Pfannteich, unter anderem durch Reste aus der Zuckerfabrik und Pappellaub. 1990 initiierte der Ortsrat eine Entschlammung, 1991 konnte wieder gebadet werden.
Seit 2020 leidet das Bad unter Wassermangel nach mehreren trockenen Sommern. Eine nachhaltige Lösung zur Wasserzufuhr ist dringend nötig, da die Verdunstung hoch ist.
Quelle und weitere Informationen findet man auf den Seiten des Fördervereins: https://www.pfannteich.de/




