Botanik
Das Arboretum in Hohenhameln – Ein lebendiges Baumarchiv im Herzen des Schulzentrums
Mitten auf dem Gelände der heutigen Realschule Hohenhameln verbirgt sich ein besonderer Ort: ein kleines, aber vielfältiges Arboretum, das still und grün von der Geschichte der Schule und ihrer Umgebung erzählt. Es ist mehr als eine Ansammlung von Bäumen – es ist ein lebendiges Archiv, ein Ort des Lernens, der Erinnerung und der Naturbeobachtung.
Entstanden ist das Arboretum in der Zeit des Schulneubaus, der zwischen 1954 und 1958 realisiert wurde. Damals wurde das Schulzentrum geplant und mit ihm auch eine bewusste Begrünung des Geländes – ein Konzept, das nicht nur praktische, sondern auch pädagogische Ziele verfolgte. Bereits vorhandene Eichen, Eschen und Buchen wurden in die Gestaltung einbezogen, ergänzt durch gezielte Neupflanzungen verschiedenster Baumarten.
Das Ergebnis war ein kleiner, aber sorgfältig angelegter Baumgarten, der im Laufe der Jahrzehnte gewachsen ist – nicht nur in der Anzahl der Arten, sondern auch im Bewusstsein der Gemeinde. Heute beherbergt das Arboretum neben heimischen Gehölzen auch ausgewählte fremdländische Arten, die zum Teil auf besondere Standortverhältnisse oder klimatische Bedingungen hinweisen. So wird das Areal auch zu einem stillen Zeugen der Veränderungen im Umgang mit Natur und Umwelt über Generationen hinweg.
Die originalen Planzeichnungen aus den 1950er Jahren, die die Gestaltung und Bepflanzung des Arboretums dokumentieren, wurden vom ehemaligen Biologielehrer Herrn Schmidt an der Realschule mit Sorgfalt aufbewahrt. Mit dem Bewusstsein um deren Wert für die lokale Geschichte übergab er sie schließlich dem Heimatverein Hohenhameln. Dank dieser Unterlagen ist heute eine sachkundige Einordnung der Anlage möglich – und Führungen über das Gelände können mit fundierten Hintergrundinformationen angeboten werden.
Auch die landwirtschaftliche Fakultät der Universität Göttingen hat das Arboretum als wertvolles Beobachtungsobjekt erkannt. Da sowohl der Pflanzzeitpunkt als auch die Bodenbeschaffenheit gut dokumentiert sind, eignet sich das Gelände hervorragend für wissenschaftliche Untersuchungen zum Baumwachstum und zur Standortanpassung. In regelmäßigen Abständen werden die Bäume durch Fachleute begutachtet und deren Entwicklung dokumentiert – ein Beispiel für die gelungene Verbindung von Bildungseinrichtung, Forschung und Heimatpflege.
Das Arboretum der Realschule Hohenhameln ist damit ein Ort der Verwurzelung und des Wachstums – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Es verbindet Vergangenheit und Gegenwart, Lernen und Erleben, Wissenschaft und Natur. Und es erinnert daran, dass auch zwischen Klassenzimmern Platz ist für Bäume, Geschichte und stille Erkenntnis.




