Freiwillige Feuerwehr Hohenhameln
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Am 22. November 1881 wurde die Freiwillige Feuerwehr Hohenhameln offiziell ins Leben gerufen. Dieser Gründungstag war ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung des Brandschutzes in der Region, da es zu dieser Zeit in vielen ländlichen Gebieten noch keine professionellen Feuerwehren gab und der Brandschutz durch freiwillige, bürgerschaftliche Initiativen organisiert wurde.
Die Gründung war das Ergebnis eines Bedarfs an effektiverem Brandschutz, insbesondere nach der Industrialisierung und der damit verbundenen Zunahme von Brandgefahren. Die Feuerwehr Hohenhameln war dabei ein Teil der breiten Bewegung freiwilliger Feuerwehren, die zu dieser Zeit in Deutschland entstanden, um der wachsenden Bedrohung durch Feuer und Brände in städtischen sowie ländlichen Gebieten zu begegnen..
Die ersten Jahre nach der Gründung:
Nach der Gründung 1881 bestand die Feuerwehr zunächst aus einer kleinen Gruppe von Freiwilligen, die mit einfacheren Mitteln wie Handdruckspritzen und Pferdefuhrwerken zu den Bränden ausrückten. Das Engagement und die ehrenamtliche Arbeit der Mitglieder standen dabei im Vordergrund. Die Freiwillige Feuerwehr war nicht nur für die Bekämpfung von Bränden zuständig, sondern auch für die Organisation von Übungen und Schulungen.
Weiterentwicklung:
Im Laufe der Zeit modernisierte sich die Ausrüstung der Feuerwehr, und in den folgenden Jahrzehnten wurden immer leistungsfähigere Löschfahrzeuge und Ausrüstungen angeschafft. Auch die Zahl der Mitglieder wuchs stetig, was die Effektivität und die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr weiter steigerte.
Die Feuerwehr Hohenhameln hat sich im Laufe ihrer Geschichte stets weiterentwickelt und ist heute eine wichtige Institution in der Gemeinde, die nicht nur im Brandfall, sondern auch bei vielen anderen Notfällen und Katastrophen eine zentrale Rolle spielt.
Wasserstellen, Teiche und Brunnen
Zum 100-jährigen Jubiläum im Jahre 1982 beschreibt Karl Bähre die Wasserstellen, Teiche und Brunnen in Hohenhameln.


Vorsitz der Feuerwehr
Der Vorsitzende einer freiwilligen Ortsfeuerwehr wird oft als „Vorsitzender des Feuerwehrvereins“ bezeichnet, insbesondere wenn es sich um einen Verein handelt, der die freiwillige Feuerwehr organisiert. Es gibt jedoch auch spezifische Titel, je nach regionaler oder organisatorischer Tradition:
Vorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr: In vielen Fällen wird der Vorsitzende schlicht als „Vorsitzender“ oder „Vorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr“ bezeichnet, insbesondere in ländlichen Gebieten.
Kommandant: Der Kommandant ist der Leiter der operativen Einsatzabteilung der Feuerwehr, also derjenige, der für die Einsatzleitung verantwortlich ist. In vielen freiwilligen Feuerwehren ist der Kommandant von der Rolle des Vorsitzenden (des Vereins) getrennt. Der Kommandant kann auch für die Führung der Feuerwehr während der Einsätze zuständig sein.
Anekdoten und Persönlichkeiten:
Heinrich Niemann – Gastwirt, Pferdehändler und Feuerwehrchef mit Taktgefühl (im doppelten Sinne)
Wer Heinrich Niemann kannte, wusste sofort: Dieser Mann hatte mehr Zügel in der Hand als nur die seiner Pferde. Als Gastwirt des Hauses, das heute als Gastwirtschaft Kammer bzw. Achillion bekannt ist, und leidenschaftlicher Pferdehändler, brachte er genau das richtige Gespür mit, um auch die Hohenhamelner Feuerwehr auf Trab zu halten – und das stets mit einem charmanten Lächeln und einem kräftigen Händedruck.
Mit einem feinen Gespür für Menschen und einem noch feineren Gespür für Geselligkeit führte er die Wehr souverän – wie ein Dirigent seine Kapelle. Und genau das brachte er gern auf den Punkt mit seinem geflügelten Wort:
„Die Kapelle ist der Kit, der meine Wehr zusammenhält.“
Denn Heinrich wusste: Ein Marsch zur Übung ist gut – aber ein Marsch mit Musik ist besser. Für ihn war klar, dass kein Feuerwehrfest, kein Ausmarsch und kein Flaschenbier wirklich vollständig war ohne den richtigen Takt aus dem Blasrohr der örtlichen Kapelle.
Seine Mischung aus Gastfreundschaft, Verhandlungsgeschick und einem Sinn für die richtige Portion Humor machte Heinrich Niemann zu einem echten Original in der Geschichte der Hohenhamelner Feuerwehr – einer, der wusste: Kameradschaft funktioniert am besten mit einem Fass Bier, einem flotten Marsch und einem ordentlichen Schlag auf die Schulter.
Die Unerschrockenen Otto Freers und Walter Pfriem
Wenn irgendwo in Hohenhameln der Ruf „Feuer!“ ertönte, war Otto Freers meist schneller auf dem Dach als der Rauch. Als gelernter Zimmermann kannte er nicht nur jede Dachlatte beim Vornamen, sondern war auch absolut schwindelfrei – man hätte ihn vermutlich direkt auf die Kirchturmspitze stellen können, und er hätte oben noch einen Ziegel zurechtgerückt, während er nebenbei eine Zigarette drehte.
Beim Einsatz war Otto jedenfalls nicht zu bremsen. Legendenhaft bleibt sein Auftritt bei einem Hausbrand, als er – bereits im Obergeschoss angekommen – aus dem Fenster brüllte:
„Geht da weg!“
Die Umstehenden dachten, jetzt kommt er vielleicht mit einem Kind, einer Katze oder wenigstens einer Blumenvase. Aber nein – es folgte ein riesiger Steintopf mit Zwetschgenmus, der mit voller Wucht auf dem Pflaster aufschlug und sich in einem klebrig-süßen Inferno in alle Himmelsrichtungen verteilte. Hohenhameln roch noch tagelang nach Kompott.
Und weil man dachte, das ginge auch besser, versuchte man beim nächsten Großbrand, auf dem Schasseschen Grundstück in der Marktstraße (heute Heinzelmann), die Sache geordneter anzugehen. Dort wohnten unter anderem auch der Kleinbahnangestellte Karl Koch und diverse Gläser mit Eingemachtem. Kurzerhand bildete man unten eine Auffangreihe, um die Gläser zu retten. Das klappte allerdings nur theoretisch. Praktisch wurde so schnell geworfen – vermutlich mit der Präzision eines Handgranatenwerfers – dass die freiwilligen Gläserfänger bald das Weite suchten. Und so platzten Marmelade, Gurken und Kompott in einem fruchtig-saftigen Crescendo auf dem Boden. Ein Kulinarikdrama von historischem Ausmaß.
Und mittendrin: Karl Koch. Seine Möbel hatte man zwar heil herausgebracht, doch der Mann weinte bitterlich – denn sein Gebiss war noch in der Küche.
Zum Glück war auch Walter Pfriem im Einsatz, ein beherzter Kamerad, der offenbar auch vor brennenden Küchen und bissigen Einmachgläsern nicht zurückschreckte. Ohne zu zögern zwängte er sich durchs Fenster, suchte zwischen Qualm und Konfitüre und – tatsächlich – fand das heiß ersehnte Gebiss!
Mit fester Hand brachte er Zahn und Mensch wieder zusammen. Hohenhameln jubelte, Karl Koch biss wieder zu – alles war gut.
Wilhelm Busse senior – gefürchtet, geachtet, und nie um einen kernigen Ton verlegen
In den Reihen der Hohenhamelner Feuerwehr war Wilhelm Busse senior eine Institution – und zwar eine, der man mit einem gesunden Maß an Respekt (und einem gewissen Sicherheitsabstand) begegnete. Wer damals seinen Schlauch nicht schnell genug aufrollte oder den Schlauchwagen etwas zu lässig schob, musste damit rechnen, sich einen seiner berühmten "freundlichen Klarstellungen" einzufangen.
Kein Wunder also, dass sich unter Feuerwehrmännern das geflügelte Wort verbreitete: „Wenn der alte Busse kommt – Deckung!“ Aber hinter dem rauen Ton steckte echte Leidenschaft: Wilhelm Busse senior war mit Herz und Seele dabei – verlässlich, engagiert und stets mit einem Blick fürs große Ganze. Ohne ihn wären viele Einsätze deutlich chaotischer – und weniger diszipliniert – verlaufen.
Unvergessen bleibt auch sein Sohn, Wilhelm Busse junior, der seinem Vater in Tatkraft und Hingabe in nichts nachstand. Leider wurde seine Laufbahn jäh unterbrochen: 1958 verstarb er tragisch nach einem Unfall – ein Verlust, der die Wehr tief erschütterte. Doch sein Wirken und sein Einsatz für die Gemeinschaft sind bis heute lebendig in den Erinnerungen der Kameraden. Vater und Sohn Busse – zwei Namen, die untrennbar mit der Geschichte der Hohenhamelner Feuerwehr verbunden sind, ob mit strengem Blick oder stillem Vorbild.
Historische Entwicklung des Titels:
Frühere Bezeichnung: Früher waren in vielen Orten Feuerwehrvereine noch nicht so stark ausdifferenziert, und es gab oft nur den „Feuerwehrhauptmann“ oder „Feuerwehrkommandant“ als Führungsfigur.
Entwicklung: Als sich der Verein von der operativen Feuerwehr trennte und die organisatorische Struktur professioneller wurde, traten der „Vorsitzende“ und der „Kommandant“ als zwei getrennte Rollen hervor. Der Vorsitzende wurde stärker auf die administrativen und finanziellen Aufgaben des Vereins fokussiert, während der Kommandant sich auf die Einsatzleitung konzentrierte.




